Eisler Diskurs - Die Freiheit der Kunst - 19.1.2026

Von Hanns Eisler zur heutigen Gesellschaft

Eine Gespr?chsrunde mit Christoph Menke, Hito Steyerl, Richard David Precht und J?rg Mainka
?Wer nur von Musik etwas versteht, versteht auch davon nichts※. Das ber邦hmte Zitat von Hanns Eisler charakterisiert eine Politisierung und Verbindung der Musik mit gesellschaftlichen Entwicklungen, die weit in die ?sthetik der Komponisten der 1968er Generation hineingewirkt hat. Wie stellen sich die Zusammenh?nge im Jahr 2026 dar, was bedeutet es f邦r die Ausbildung und die Selbstdefinition von jungen K邦nstler*innen heute im 75. Jahr des Bestehens der 雅⑩著 f邦r Musik Hanns Eisler Berlin? Dar邦ber sprachen Richard David Precht und J?rg Mainka mit dem Philosophen Christoph Menke und der K邦nstlerin Hito Steyerl. Studierende der 雅⑩著 f邦hrten kurze Werke von Haydn, Eisler, Beethoven und Webern auf. 

Der Philosoph Christoph Menke brachte Freiheit und ?sthetik in einen engen Zusammenhang: ?Freiheit im praktischen Sinn besteht darin, nach seinem eigenen Urteil des Guten zu wollen und zu handeln; praktische Freiheit ist verwirklichte Einsicht ins Gute. Wie diese Idee der Selbstf邦hrung durch Gr邦nde und Zwecke begrenzt, ja durchl?chert werden kann (denn sie muss begrenzt und durchl?chert werden, weil sie den Menschen an seine Subjektivit?t, an seine soziale Teilnahme kettet), ohne dadurch unfrei zu werden, ist die Lehre, die die K邦nstler erteilen und die die ethisch-politische Bedeutung des ?sthetischen ausmacht. Die ?sthetische Erfahrung ist, dass es Freiheit von der praktischen Freiheit gibt, die nicht Unterwerfung unter fremde ?bermacht ist, weil sie Freigabe zu einer anderen Entfaltung der eigenen Kr?fte ist. Das letzte Wort der ?sthetik ist die menschliche Freiheit.※ (Christoph Menke in ?Kraft: Ein Grundbegriff ?sthetischer Anthropologie※, Suhrkamp Verlag, 2008)

Richard David Precht analysiert das gegenw?rtige Verh?ltnis von Kunst und Freiheit in seinem neuen Buch: ?Besonders augenf?llig herrscht der Angststillstand heute in der Kunst. Geh?rte es nicht noch bis vor Kurzem gleichsam zur DNA moderner liberaler Gesellschaften, der Kunst die Rolle des Provokateurs, des Enfant terrible zuzusprechen? Moderne Kunst seit Beginn des 20. Jahrhunderts sollte die Menschen verunsichern, ihre Seh- und Lebensgewohnheiten provozieren und ihre Urteilskraft irritieren. Seit dem Aufkommen der Avantgarde bricht sie als Ausfall gegen die kulturelle Norm die Kontinuit?t des Selbstverst?ndlichen auf und sprengt die Formel der Erfahrung 每 und zwar ohne R邦cksicht auf politische wie pers?nliche Konsequenzen. Eine solche Kunst allerdings ist kaum noch m?glich. Denn wie soll sie provozieren, wenn sich immer und 邦berall jemand verletzt f邦hlt?※ (Richard David Precht in ?Angststillstand: Warum die Meinungsfreiheit schwindet※, Penguin Random House, 2025)

Gespr?chsrunde mit Christoph Menke, Hito Steyerl, Richard David Precht und J?rg Mainka

Mit Werken von
Joseph HaydnHanns EislerLudwig van Beethoven und Anton Webern

Studierende der HfM Hanns Eisler Berlin und der HfS Ernst Busch Mitwirkende

In Kooperation mit der 雅⑩著 f邦r Schauspiel Ernst Busch